“Grüner Kaviar”

“Grüner Kaviar”

Gerade überall im Angebot: Brennnesselfrüchte! Meistens schlicht als Brennnesselsamen angesehen, handelt es sich botanisch gesehen um Früchte, und zwar Nüsschen. Die Samen im Inneren der kleinen dreikantigen Gebilde sind von einer Fruchthülle umgeben, man kann sie nicht herauslösen wie etwa bei der Haselnuss – also isst man stets Früchte, niemals Samen allein. Aber egal, Hauptsache es schmeckt. Und das tut es, denn die Früchte haben einen kräftigen Geschmack, der nach Rösten noch besser wird. Man kann sie trocken in einer Pfanne anrösten oder auch kurz in Butter oder Öl anbraten. Schon ist daraus “Kaviar” geworden, rein pflanzlich.

Und jetzt? Packen wir diesen “Kaviar” standesgemäß auf eine feine Unterlage. Statt Blinis (kleine Buchweizenpfannkuchen) und Crème fraîche nehme ich Bratkartoffelscheiben und eine Senf-Schmand-Creme. Ist mindestens ebenso edel – und ebenso kostbar!

Festkochende Kartoffeln (am besten Fingerkartoffeln, also längliche Sorte wie Bamberger Hörnchen, Kipferl) in Salzwasser garen, pellen und gut ausdampfen lassen. In halbzentimeterdicke Scheiben schneiden, in Öl, Schmalz oder Butter kross braten, und zwar von jeder Seite mit viel Geduld. Schmand oder Sauerrahm mit scharfem Senf, abgeriebener Zitronenschale und Salz zu einer Creme rühren. Bratkartoffelscheiben auf einen Teller legen, jeweils einen Klacks Senfrahm darauf geben, mit gerösteten Brennnesselfrüchten, dem grünen Kaviar bestreuen. Nach Belieben mit Blüten garnieren.



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