Wilder Schnittlauch

Wilder Schnittlauch

Viele gehen achtlos an ihm vorbei. Ich selbst muss auch immer genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Denn der Wilde Schnittlauch (Allium schoenoprasum) „tarnt“ sich gut, erscheint wie ein Grasbüschel. Heißt ja auch Graslauch. Erst einmal gefunden, wandert der Schnitti dann schnell in meine Küche.

Kräftig würzig
Dichte Büschel aus dunkelgrünen Blättern, oft bläulich-smaragdfarben überlaufen, wachsen jetzt im zeitigen Frühjahr zwischen altem Laub und abgestorbenen Gräsern heraus. Die einzelnen Blätter fühlen sich recht derb an, jedenfalls viel fester und zäher als beim Schnittlauch aus dem Garten. Zudem laufen sie in eine scharfe Spitze aus, die Röhrenblätter beim Garten-Schnittlauch haben dagegen eher abgerundete Enden. Ein Blatthalm auf Geruch geprüft, schon weiß man, dass man es mit einem Lauchgewächs zu tun hat – es steigt der typische Lauch- oder Zwiebelduft auf. Hier übertrumpft der Wilde Schnittlauch die kultivierten Schnittlauchs deutlich, der wildwachsende Schnitti hat viel mehr Aroma und Würzkraft.

Und wie verwenden?

Ganz einfach, wie gewöhnlichen Schnittlauch auch. Feingeschnitten aufs Butterbrot, im Kräuterquark, zum Salat, übers Gemüse, zu Rührei, in Saucen, in Brotaufstrichen – nur bitte nicht kochen, denn dann geht das zwiebelige Aroma verloren. Ebenso wichtig: Immer erst kurz vor Verbrauch schneiden. Liegt Schnittlauch geschnitten länger herum, oxidiert der Zellsaft an den Schnittstellen – und davon gibt es viele. Und wird bitter.

Karin Greiner