Giersch

Giersch

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Die Blätter vom Giersch (Aegopodium podagraria) trei-ben schon zeitig im Jahr und kommen akkurat gefaltet an dreikantigen, markigen Stielen aus dem Boden. Niemals steht ein Blättchen alleine, stets erscheinen größere Herden. Die am Rand fein gezähnten Blätter entfalten sich rasch, dann lassen sich drei Abschnitte erkennen, wobei der mittlere Abschnitt wiederum dreigeteilt, also in drei Fiederchen gespalten ist. Bei den beiden seitlichen Fiedern dagegen sind die Abschnitte oft miteinander verwachsen.

Zieht man einen Blattstiel vorsichtig aus lockerem Boden, bleibt tief unten ein Stück hängen, das einem Ziegenfuß ähnelt. Deshalb trägt der Giersch auch den Namen Geißfuß.

Im Frühsommer schieben sich kräftige, fein gerillte und hohle Stängel in die Höhe, die sich im oberen Bereich verzweigen. An den Enden spannen sich Blütendolden auf – aus rund zwanzig Strahlen zusammengesetzt. Jeder Strahl verzweigt sich wiederum in mehrere Strählchen, die weiße, selten rosafarbene Blütchen tragen. Bald nach der Blüte reifen kleine, ovale, abgeflachte Früchte.

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Typisch für den Giersch ist sein aromatischer Duft, der an Möhre, Sellerie und Petersilie erinnert. Ähnlich ist auch der Geschmack – mild, würzig und angenehm. Man verwendet gewöhnlich die jungen Blätter, frisch aber auch gekocht. Blüten und junge Früchte ergeben ebenso eine feine Würze.

gierschfruechteAlles in allem lässt sich Giersch sehr vielseitig in der Küche einsetzen.

Gierschblätter dienen als Erste Hilfe bei Insektenstichen. Dazu werden sie zerdrückt, bis Saft austritt, und auf die Stiche aufgetragen. Früher diente Giersch zur Linderung von Gicht (alte Bezeichnung „Podagra“ – daher auch Podagra- oder Zipperleinskraut), indem man einen Breiumschlag aus Blättern auf die schmerzenden Großzehen legte.
Weil der Giersch oft an denselben Stellen wie der Holunder wächst, wird er Erd- oder Ackerholler, Bockholder oder Holderkraut genannt.

„Drei-drei-drei, bist beim Giersch dabei.“ Mit diesem Merksatz kann man den Giersch leicht bestimmen: Dreikantiger Blattstiel, dreigeteiltes Blatt, mittlerer Abschnitt nochmals in drei Fiederchen gespalten. Giersch wächst gerne unter Bäumen, am liebsten dort, wo Regenwasser von den Zweigen tropft. Man nennt ihn deshalb auch Baumtropf.
Achtung! Immer wieder schmuggeln sich junge Pflänzchen vom Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) zwischen den Giersch. Man erkennt den Holunder aber an seiner völlig anderen Blattfiederung. Die Blätter bestehen aus fünf Teilblättern, außerdem riechen sie streng, fast schon unangenehm. Sie können Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden verursachen.