Schafgarbe

Schafgarbe findet sich in jedem Bergheu, würzt die Milch für Grau- und Bergkäse, macht einen Schnaps unverkennbar – zumal aus den extravaganten Berg-Schafgarben.

Sonst aber ist sie in der Küche eher selten anzutreffen, die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium). Schade, wo doch eine schlichte Butter, angereichert mit fein gehackten Blättchen und sonst nichts, zu einem einzigartigen Erlebnis für den Gaumen wird – zum Nussbrot beim Abendmenü gereicht zum Beispiel – oder als Krönung auf ein Steak oder Fischfilet gesetzt. Mit ihrem herb-würzigen Duft und kräftig muskat-pfeffrigem bis nussigem Geschmack braucht es nicht einmal Salz dazu. Hier schmeckt die Natur pur!

Es heißt, dass man in der Nacht von der großen Liebe träumt, wenn man sich Schafgarbenblätter auf die Augenlider legt. Das klingt doch verlockend und ist den berühmten Tomaten auf den Augen unbedingt vorzuziehen.

Schon gibt es eine neue Inspiration: Schafgarben und Tomaten ergeben ein perfektes Paar! Tomatensugo mit Schafgarbenpaste, Tomatensuppe mit Schafgarbennocken, Schlutzer mit Tomaten-Schafgarben-Concassée …
In der gerade angesagten Nordischen Küche wie in der avantgardistischen Naturküche findet die Schafgarbe neue Liebhaber, weil sie unverfälschte Aromatik ins Essen zaubert.

Das heimische Kraut, das umso mehr Würzkraft hat, je höher es wächst, passt ebenso perfekt in bodenständige Gerichte. Besonders fein schmecken die jungen Blätter, die im Frühjahr direkt aus dem Boden sprießen. Baby Leafs! Direkt von der Wiese in die Salatschüssel oder für ein Wiesenkräuter-Omelett. Warum nicht auch mal in einen Knödel einfügen?


Hinweis von Renate: Es empfiehlt sich, die Fiedern von den Blättchen – am besten gegen die Wuchsrichtung – abzuziehen, denn die Blattstängel sind etwas holzig.