Kesse Kressenudeln

Kesse Kressenudeln

Mal wieder Hunger, aber Kühlschrank leer? Ach, Nudeln finden sich doch immer. Und frische Kresse gibt’s auch in dieser Jahreszeit. Daraus lässt sich ganz schnell ein fast schon frühlingshaftes Essen zaubern. Macht Lust zum Kochen – eben ein typisches Kochlust-Blog-Rezept.

Nudeln kochen, absieben, etwas Kochwasser aufheben.
Etwas Butter oder Öl in eine Pfanne geben, Nudeln darin kurz anbraten.
Nach Geschmack scharfen Senf sowie Sahne oder Frischkäse dazu, mit Nudelkochwasser verlängern, so dass die Nudeln von einer cremigen Sauce überzogen sind.
Salzen und pfeffern.
Auf den Teller und im letzten Moment vor dem Auftischen reichlich frische Kresse dazu.

Kess, was?

Kräuter-Wissen: Die Garten-Kresse (Lepidium sativum) aus der Familie der Kreuzblütler stammt ursprünglich aus dem Orient. Sie wird schon seit tausenden von Jahren genutzt, im alten Ägypten, im antiken Griechenland wie im Römischen Reich. Man nannte die Kresse Impudica – die Schamlose, Unverschämte, und setzte sie als Aphrodisiakum ein. Der italienische Arzt und Botaniker Pierandrea Mattiolus (1501-1577) meinte, dass Kresse „lustig und begierlich zur Unkeuschheit“ macht. Kresse gilt als eine der am einfachsten anzubauenden und am schnellsten wachsenden Pflanzen überhaupt, sie hat die kürzeste Kulturzeit unter allen Gemüsen. Man erntet sie nämlich gemeinhin noch im Keimlingsstadium nach wenigen Tagen. Großblättrige Sorten sind in der Regel milder im Geschmack.

Gesund-Info: Der Name Kresse leitet sich ab vom althochdeutschen cresso, was scharf bedeutet. Nicht verwunderlich, weil Kresse ja scharf schmeckt. Da beruht auf den enthaltenen Senfölglykosiden (Glucosinolate). Und die wirken antimikrobiell, was man auch von Meerrettich („Antibiotikum des armen Mannes“) oder Kapuzinerkresse (Heilmittel gegen Blasenentzündungen u.a.) her kennt. Senfölglycoside werden nicht nur bei banalen Atemwegserkrankungen eingesetzt, sondern können wohl auch die Vermehrung von Grippeviren hemmen. Sie gelten als Radikalfänger und helfen dem Organismus, Zellschäden zu vermeiden. Mit Gemüse und Kräutern, die Senfölglykoside enthalten, regt man ganz allgemein den Stoffwechsel an, unterstützt die Tätigkeit der Nieren und beugt Infektionen vor – man wäscht sozusagen den Körper gut durch. Nicht zu vergessen, dass Kresse reich ist an Vitamin C, Eisen, Calcium und Folsäure.

Zero-Waste-Tipp: Statt die Kresse vorgezogen in Plastikschälchen (Entsorgung über Gelbe Tonne) mit Substrat (meisten Perlite, entsorgen über Kompost oder Biotonne) im bunt bedruckten Pappkarton (Entsorgung über Papiertonne) zu kaufen, lässt sich Kresse ganz einfach in immer wieder verwendbaren Keimschalen anziehen. Man braucht nicht einmal Erde dazu, und die Kresse wird abfalllos mit Stumpf und Stiel und Wurzel gegessen. Ein Teller, ein Blumentopfuntersetzer oder eine flache Schale, gefüllt mit etwas feiner Aussaaterde oder ausgelegt mit angefeuchtetem Küchenpapier, tun es auch. Die Reste später zum Kompost geben.

Sparfuchs-Info: Eigenanzucht ist sehr kostengünstig. Aus einer Portion (10 g) Samen entsteht in 4-5 Tagen 50-100 g frische Kresse (bei einer Temperatur von 18-22°C). 1 g Samen kosten ungefähr 2 bis 3 Cent (größere Menge kaufen, ist sehr viel billiger als kleine Tüten mit Einzelportionen!) und reichen für eine Ernte wie bei einem gekauften Kästchen (kostet etwa 50 Cent).



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