Kommunikation + Wertschätzung

Kommunikation + Wertschätzung

Hier habe ich noch nie darüber geschrieben – ist ja auch ein Koch- und kein Psychoblog. Trotzdem greife ich heute ein Thema auf, das mir wichtig ist: Wertschätzung und Respekt.

Im Umgang mit Menschen fehlt mir oft beides. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute – schon wieder – etwas bekommen habe, in einer Weise, die mich berührt.

Im Zusammenhang mit meiner Suche nach alten Küchen-Utensilien für meine Rezeptfotos habe ich ein Tarte-/Kuchengitter bestellt. Heute kam es an, nicht einfach in Packpapier gewickelt, sondern in Geschenkpapier.

Ich habe mich ja gestern schon wie ein Schneekönig gefreut über das Besteck von Klaudia. Und nun kam heute Post von Nicole – besagtes Tartegitter. Es war nicht nur in Geschenkpapier eingepackt, sondern hatte noch ein kleines Tütchen im Anhang. Inhalt: ein wunderbar riechendes Teelicht und ein hübsche Visitenkarte – mit persönlicher Nachricht.

Beides, die Post von Klaudia und die von Nicole: Sie erinnert mich an meine Urlaub in Amerika. Den Amerikanern wird ja nachgesagt, sie seien oberflächliche Typen. Das stimmt nicht. Steht man in den USA – zum Beispiel – irgendwo an einer Straßenecke mit Straßenplan in der Hand, kommt SOFORT jemand und fragt, ob er helfen kann. Das ist in Deutschland nicht so.

Ein Erlebnis in einem amerikanischen Supermarkt: Ich frage einen Mitarbeiter nach einem Korkenzieher (der sachkundige Leser weiß nun, dass ich gern Wein trinke). Der sagt mir, wo ich den Korkenzieher finde. Ich gehe aber nicht gleich dorthin, sondern verweile an der Gemüsetheke. Plötzlich steht besagter Mitarbeiter vor mir – mit Korkenzieher in der Hand. Lächelt mich an, übergibt mir den Korkenzieher und geht von dannen, freundlich winkend und nicht ohne mir einen schönen Urlaub zu wünschen. Denn dass ich keine Amerikanerin bin, hört jeder sofort.

Also, was ich sagen will in Bezug auf meine Käufe bei Klaudia und Nicole: Ich bin sehr berührt über solche “Kleinigkeiten”. Sie sind Zeugnisse von Respekt und Wertschätzung. Es ist kein allzu großer, aber sehr wichtiger Unterschied, ob man ein Objekt in Packpapier oder liebevoll in hübsche Servietten oder Geschenkpapier wickelt. Mit hübscher Schnur darum.

Auch eine kleine persönliche Nachricht oder ein Kräutersträußchen zu hinterlassen, erzeugt beim Empfänger Freude. So etwas ist ein Zeichen von Wertschätzung.

Und wer braucht von uns braucht keine Wertschätzung? Sie ist Labsal für’s Gemüt. Wohl dem, der sie bekommt, aber auch Wohl dem, der in der Lage ist, sie zu geben.

Ich bedanke mich bei Klaudia und Nicole für ihren wertschätzenden Umgang mit ihren Käufern, also mit mir!



2 thoughts on “Kommunikation + Wertschätzung”

  • Liebe Renate,
    ganz herzlichen Dank für diesen Moment! ♡
    Es tut von Herzen gut, zu spüren, wenn jemand verstanden hat, worum es (mir) geht, nämlich Wertschätzung. Im Lädchen wie im Leben.
    Ob es die Wertschätzung der alten Dinge sind oder die Menschen, die damit gelebt haben und die, bei denen diese Dinge weiterleben dürfen.
    Wie oft habe ich schon gehört “Lohnt sich dieser ganze Aufwand, das ganze Drumherum denn?” – Und dachte dabei “Falsche Frage”, denn für mich ist das selbstverständlich. Ich möchte einfach, dass jemand Freude hat, seinen Kauf auszupacken und möchte dem anonymen Onlinehandel etwas von seiner Anonymität nehmen.
    Und wenn es sich auch in Zahlen oft nicht wirklich lohnt, dann ganz sicher in Herzensangelegenheiten. So wie heute! Jeder darf entscheiden, was ihm wichtig ist.
    Liebe Renate, ganz herzlichen Dank für diesen tollen Artikel, die Wertschätzung im Blog! Es freut mich so sehr!
    Alles Liebe, eine gute Zeit,
    Nicole ♡

  • Liebe Nicole, es war mir ein Herzensbedürfnis, diesen Artikel zu schreiben. Umso mehr freue ich mich, dass du dich auch darüber freust. Nun freuen sich also schon zwei Menschen. Ist das nicht schön! Freude empfinden zu können, ist gut fürs Gemüt.
    Gestern habe ich mit einem Freund telefoniert und “musste” ihm unbedingt von meinem Neuerwerb erzählen. Vermutlich hat er sich etwas gewundert, dass man sich über “Kleinigkeiten” so freuen kann.
    In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Episode – viele Jahre her. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch und Mama hatte gekocht. Sie konnte sehr gut kochen und entsprechend gut schmeckte mir das Essen. Ich war total begeistert und sagte mehrfach: “Mama, das schmeckt klasse!”
    Mein Vater meinte schließlich: “Einmal reicht!”
    Ich schaute ihn an und sagte kurz und bündig: “Nein, einmal reicht nicht!”
    Und Mama strahlte wie ein Honigkuchenpferd …

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