Meine Kirschpflaumenernte 2026 – ein Baum im eigenen Garten und eine zufällige Begegnung im Dorf
Manchmal entstehen die schönsten Gartengeschichten ganz nebenbei. Nicht durch lange Planung, sondern durch einen zufälligen Moment, ein Gespräch am Gartenzaun und die Freude am Teilen.
Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Kirschpflaumenjahr. Die Bäume hängen üppig voll mit kleinen, saftigen und aromatischen Früchten – und so hat mich die Ernte nicht nur mit köstlichen Früchten beschenkt, sondern auch mit einer besonderen Begegnung im Dorf – das bezeichnenderweise auch »Schondorf« heißt.

Unsere dunkelroten Kirschpflaumen aus dem eigenen Garten
Kirschpflaumen sind für mich ein ganz besonderes Obst: Sie sind unglaublich vielseitig. Aus ihnen lassen sich Kuchen backen, Marmelade kochen oder besondere Köstlichkeiten für die Vorratskammer herstellen.

Bei uns im Garten wächst ein Kirschpflaumenbaum mit dunkelroten Früchten. Wenn die im Sommer reifen, muss man allerdings genau hinschauen, denn sie verstecken sich gekonnt im dunkelroten Laub.

Dieses Jahr trägt unser Baum besonders reich. Schon beim Anblick der vielen Früchtchen war klar: Diese Ernte möchte verarbeitet und genossen werden.
Eine zufällige Begegnung beim Joggen
Eine weitere Kirschpflaumenquelle habe ich ganz unerwartet entdeckt – beim Joggen durchs Dorf.

Als ich an einem Garten vorbeigelaufen bin, fiel mir ein Baum sofort ins Auge: Er leuchtete voller roter Kirschpflaumen. Die Früchte waren so auffällig, dass ich neugierig stehenblieb. Zufällig war die Besitzerin gerade dabei, den Baum abzuernten.
Also blieb ich stehen und fragte sie, was sie denn mit den vielen kleinen Früchten macht.
Aus dieser Frage entwickelte sich ein nettes Gespräch über Garten, Ernte und die Freude an selbst geerntetem Obst. Und dann kam eine wunderbare Einladung: Ich durfte gerne ihre Früchte ernten.

Drei Kirschpflaumenbäume und verschiedene Sorten
Wie sich herausstellte, wächst in ihrem Garten nicht nur der rot leuchtende Baum am Grundstücksrand. Weiter hinten im Garten stehen noch zwei weitere Kirschpflaumenbäume – darunter einer mit gelben Früchten.

Kirschpflaumen sind nämlich sehr vielfältig:
- violette bis dunkelblaue Kirschpflaumen: Sie besitzen meist einen tiefen, kräftigen Pflaumengeschmack, der eine feine Herbheit (ähnlich wie Schlehen) mit süßen Noten kombiniert.
- rote bis dunkelrote Kirschpflaumen: Sie sind häufig etwas größer, saftiger und haben eine deutlich spürbare, fruchtige Säure in der Schale. Sie erinnern geschmacklich stärker an klassische Pflaumen oder säuerliche Kirschen.
- gelbe Kirschpflaumen: Diese sind oft etwas kleiner, milder und entwickeln bei voller Reife ein süßes, feines Aroma, das an Honig erinnert.
Gerade diese unterschiedlichen Sorten machen die Verarbeitung spannend. Jede Fruchtsorte bringt ihre eigene Farbe, Süße und Säure mit.



Aus der Ernte werden kleine Schätze
Natürlich werden die vielen Kirschpflaumen nicht einfach nur gegessen. Ein Teil wanderte in einen saftigen Rührkuchen, der durch die fruchtige Säure der Kirschpflaumen wunderbar locker und aromatisch wurde.
Außerdem habe ich Marmelade gekocht – dieses Mal mit der Schale. Die Früchte habe ich mit einem Kirschentkerner entsteint und anschließend mit dem Stabmixer püriert. So bleibt das volle Aroma der Früchte erhalten. Außerdem enthält die Haut der pflaumigen Früchtchen viele wertvolle Nährstoffe.
Und weil eine reiche Ernte auch zum Experimentieren einlädt, entstanden zusätzlich „beschwipste“ Kirschpflaumen: entsteinte Früchte in Doppelkorn, verfeinert mit Rosmarin, Salbei, Nelken, Sternanis und Kardamom. Aus dieser Mischung werden werden nicht nur aromatische Früchtchen, sondern auch ein feiner Likör.

Mehr als nur Obst ernten
Die diesjährige Kirschpflaumensaison hat mir wieder einmal gezeigt, wie bereichernd Garten und Natur sein können. Ein voller Baum schenkt nicht nur Früchte, sondern manchmal auch Begegnungen.
Eine kurze Frage beim Vorbeijoggen hat zu einem netten Gespräch geführt – und daraus wurde eine Einladung, die mir weitere kleine Früchte-Glücksmomente beschert hat.
Vielleicht ist genau das der schönste Teil einer reichen Ernte: Nicht nur die Gläser im Vorratsregal und die Köstlichkeiten auf dem Teller, sondern auch die Geschichten, die damit verbunden sind.
Die Kirschpflaumen dieses Jahres werden mich jedenfalls noch lange begleiten – als fruchtige Marmelade, als beschwipste Früchtchen und als Erinnerung an eine herzliche Begegnung im Dorf.
Letzteres ist auch ein wunderbarer Teil des Dorflebens: Hier leben Menschen nicht anonym aneinander vorbei, sondern sprechen miteinander. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Die erwähnten Rezepte werde ich in den nächsten Tagen hier veröffentlichen.
- Rührkuchen mit Kirschpflaumen
- Kirschpflaumenmarmelade
- beschwipste Kirschpflaumen

