Rainkohlpesto

Rainkohl – unterschätztes Wildkraut mit würzigem Charakter

Zwischen Wiesenrändern, Wegrainen und sonnigen Böschungen wächst eine Pflanze, die vielerorts kaum Beachtung findet und doch erstaunlich viel Aroma mitbringt: der Rainkohl.

Rainkohl
Rainkohl

Das wilde Blattgemüse gehört zu den traditionellen Wildpflanzen Mitteleuropas und wurde früher deutlich häufiger gesammelt als heute. Dabei überzeugt es nicht nur durch seinen leicht herben, nussigen Geschmack, sondern auch durch seine Vielseitigkeit in der Küche.

Rainkohl jung
Rainkohl

Rainkohl zählt zu den Korbblütlern und erscheint je nach Standort in unterschiedlicher Größe und Intensität. Besonders die jungen Blätter sind beliebt, da sie zart bleiben und ein feines, leicht würziges Aroma entwickeln. Ältere Blätter werden kräftiger und erinnern geschmacklich manchmal an eine Mischung aus Chicorée und Löwenzahn. Genau diese herbe Note macht die Pflanze für kreative Wildkräuterküche interessant.

In vielen Regionen geriet Rainkohl über die Jahrzehnte beinahe in Vergessenheit. Erst mit dem neuen Interesse an regionalen Wildpflanzen und ursprünglichen Zutaten kehrt er langsam zurück auf Teller und in Kräuterkörbe. Wer aufmerksam durch die Natur geht, entdeckt schnell, wie reichhaltig heimische Wildpflanzen sein können – oft direkt vor der Haustür.

Besonders spannend wird Rainkohl in Kombination mit kräftigen Zutaten wie Nüssen oder gereiftem Käse. Sein würzig-grüner Geschmack harmoniert z. B. hervorragend mit aromatischen Walnüssen. Daraus entsteht ein aromatisches Pesto mit charaktervoller Wildkräuternote, das deutlich intensiver schmeckt als klassische Varianten mit Basilikum.

Neben dem kulinarischen Reiz bietet das Sammeln von Wildpflanzen auch eine andere Form des Kochens: langsamer, bewusster und stärker an den Jahreszeiten orientiert. Gerade Rainkohl zeigt, dass viele vermeintliche „Unkräuter“ geschmacklich überraschen können. Wichtig bleibt dabei stets eine sichere Bestimmung der Pflanzen und das achtsame Sammeln fern von stark befahrenen Straßen oder belasteten Flächen.

Rainkohlpesto

Menge

1

Glas
Zubereitungszeit

20

Minuten

Zutaten

  • 50 g Rainkohlblätter

  • 8 Walnusskerne

  • 1 Knoblauchzehe

  • 50 ml Walnussöl

  • 25 g frisch geriebener Parmesan

  • Salz/Pfeffer

  • 1 TL Zitronensaft

  • 1 TL Zitronenabrieb

Zubereitung

  • Rainkohlblätter waschen, trockenschleudern, in Streifen schneiden.
  • Walnusskerne hacken, in einer Pfanne ohne Fett leicht anrösten, abkühlen lassen.
  • Knoblauch schälen, mit Rainkohlstreifen, Walnüssen und ein paar EL Öl mit dem Stabmixer pürieren. Weiteres Öl in einem dünnen Strahl zugießen, bis ein sämiges Pesto entsteht. Parmesan untermischen und mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Zitronenabrieb abschmecken.

Hinweis

  • Das Pesto mit sanftem Kohlaroma schmeckt gut zu Nudeln und Fisch.
Rainkohl-Blaetter-Stiele
Rainkohl

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