Manchmal sind es die unscheinbaren Dinge, die kulinarisch am meisten überraschen. Der Wiesenbärenklau gehört für mich genau in diese Kategorie. Zwischen Gräsern und Wiesenpflanzen wächst er beinahe unauffällig dahin – bis man seine jungen Blütenknospen entdeckt.

Die geschlossenen Knospen sind eine kleine Wildpflanzen-Delikatesse. In der Pfanne gebraten, entwickeln sie ein herrlich würziges, leicht nussiges Aroma. Außen bekommen sie eine feine Röstnote, während sie innen zart bleiben. Dazu kommt dieser ganz eigene Geschmack von frisch gesammeltem Grün, den man bei kultiviertem Gemüse nur selten findet.
Besonders reizvoll ist, dass die Knospen kaum nach dem schmecken, was ihr eher rustikales Aussehen vermuten lässt. Sie sind fein, aromatisch und überraschend elegant. Ein bisschen Butter oder Öl genügt schon, um ihre Aromen zur Geltung zu bringen – mehr braucht es eigentlich nicht.
Für mich ist der Wiesenbärenklau deshalb ein schönes Beispiel dafür, wie spannend Wildkräuterküche sein kann. Man muss nicht immer nach ausgefallenen Zutaten suchen. Manchmal reicht ein Spaziergang über eine naturbelassene Wiese, ein gutes Auge und die Freude daran, etwas Neues auf dem Teller zu entdecken.
Wichtig: Beim Sammeln von Doldenblütlern ist eine sichere Pflanzenbestimmung unverzichtbar, da es ähnlich aussehende, giftige Arten gibt. Nur Pflanzen sammeln und verwenden, die eindeutig bestimmt wurden.
Die Blütenknospen des Wiesenbärenklaus haben ein zartes, leicht würziges Aroma. Ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Karotte und Petersilie.

Wiesenbärenklau: Blütenknospen gebraten
2
Portionen30
MinutenZutaten
10-12 Blütenknospen vom Wiesenbärenklau mit Stiel
2 Knoblauchzehen
10-12 schwarze Oliven
Salz/Pfeffer
Olivenöl zum Braten
1 Biozitrone
Zubereitung
- Wiesenbärenklau-Blütenknospen waschen, in der Salatschleuder trocknen.
- Öl erhitzen, in Scheibchen geschnittenen Knoblauch darin anbraten.
- Blütenknospen vom Wiesenbärenklau hinzufügen, von jeder Seite ungefähr 7 Minuten braten.
- Von der Zitrone die Schale abreiben, Saft auspressen.
- Gemüse mit Zitronensaft beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und mit der abgeriebenen Zitronenschale bestreuen.

Blätter, Stängel und Blüten des Wiesenbärenklau können auf verschiedene Weise zubereitet werden. Die jungen Triebe und Stängel eignen sich gut für Suppen, Eintöpfe oder als gedünstetes Gemüse. Die Blüten bieten eine ästhetische und geschmackliche Bereicherung, wenn sie roh in Salaten verwendet oder in Teig ausgebacken werden. Besonders interessant ist der leicht würzige Geschmack der Blüten und Blütenknospen, die beim Braten oder Blanchieren eine feine, nussige Note entfalten.
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