Kostenlos ist geil!

Kostenlos ist geil – aber nur für die Nutznießer.

Geiz ist geil. Vor allem im Internet. Man findet Rezepte, Anleitungen, Tipps, Erfahrungsberichte und Wissen aller Art. Ein Klick – und schon hat man, was man sucht. Kostenlos natürlich.

Und werbefrei!

Ohne blinkende Banner. Ohne Werblinks. Ohne Werbeanzeigen

Meine werbefreien Rezepte können die Leser kostenlos lesen und sich von meinen Kreationen inspirieren lassen.

Ich schreibe zum Beispiel über Ackermelde, Kohldistel, Breitwegerich, Wiesenbärenklau und die Samen der wilden Möhre.

Ich experimentiere mit Eicheln – nicht nur mit Eichelmehl, sondern mit ganzen, gehackten Eicheln. Ich entwickle Rezepte, probiere sie aus, fotografiere, schreibe und recherchiere.

Eichel-Mousse

Und dann gibt es da noch solche Dinge wie ein Schwefelporlingschnitzel mit Breitwegerichsamen-Panade. Köstliches Rezept und meine Erfindung.

Schwefelporlingschnitzel

Das alles macht mir Spaß.

Doch kostenlos bedeutet für viele oft: selbstverständlich.

Aber: Kein Schwein weiß das zu schätzen!

schweinchen

Bei vielen Rezepten sehe ich, dass sie sehr häufig aufgerufen werden. Menschen suchen danach, lesen sie und nutzen die Informationen und Ideen.

Kirschpflaumen-Gelee

So hat mein Rezept für Kirschpflaumen-Gelee 18.330 Besucher. Einen Kommentar hinterlassen haben: 15.

Besucher-Statistik

Von den 18.330 Besuchern verlassen 18.315 also meine Rezeptseite – ohne ein Wort. Mit Wertschätzung haben diese Zahlen definitiv nichts zu tun. Und die Werbung von SATURN hatte recht: Geiz ist geil! Denn meine Besucher sparen nicht nur Geld, sondern auch Worte. Und: Die Statistik stammt vom 7. 7. 26. Also vor rund Wochen, mittlerweile sind ein paar Tausend Besucher dazugekommen … Kommentare leider nicht!

»Einen Ochsen ins Horn pfetzen«

Bei einigen besonders häufig gelesenen Rezepten habe ich einen kleinen Hinweis angebracht: Ich habe erklärt, dass meine Kreationen nicht einfach vom Himmel fallen. Sie kosten viele Stunden Zeit für das Sammeln der Zutaten, Zubereiten, Kochen, Backen, Fotografieren und Schreiben. Und ich habe geschrieben, dass ich mich über einen Kommentar freuen würde.

Dieser Hinweis wurde ignoriert, und mir kam dabei die südbadische Redewendung in den Sinn: einen Ochsen ins Horn pfetzen. Übersetzt: sinnloser Versuch, jemanden zu einer Reaktion zu motivieren.

Kuh

Wertschätzung wirkt in beide Richtungen

Trotzdem geht es mir um etwas anderes als um fehlende Kommentare. Ich frage mich nämlich, warum wir so sparsam mit Wertschätzung umgehen. Wertschätzung ist kein Lob. Sie bedeutet nicht, jemanden auf ein Podest zu stellen. Sie bedeutet einfach nur, kurz innezuhalten und zu sagen:

Ich habe dich wahrgenommen. Mit Freude. Danke.

Und das Erstaunliche daran: Wertschätzung wirkt in beide Richtungen: Der Empfänger fühlt sich wahrgenommen. Und derjenige, der Danke sagt, tut sich damit ebenfalls etwas Gutes. Denn es ist ein schönes Gefühl, einem anderen Menschen zu zeigen: Ich habe erkannt, was du gemacht hast, und ich schätze es wert.

Vielleicht sollten wir deshalb etwas großzügiger mit Wertschätzung umgehen. Sie kostet nichts. Aber sie kann erstaunlich viel bewirken.

Jedes Wildkräuterrezept auf diesem Blog ist kostenlos.

Seine Entstehung ist es nicht!

Jedes Rezept kostet vor allem Zeit, aber oft auch Geld.
Und das wäre schon ein kleines Zeichen der Wertschätzung wert, finde ich …

12 Kommentare

  1. Liebe Renate Blaes,
    Ich kann Ihren Unmut verstehen!
    Bis vor kurzem wusste ich noch nicht einmal, dass es Kirschpflaumen gibt und war dann überglücklich das Rezept Ihres Likörs gefunden zu haben. Gerne würde ich dazu auch etwas schreiben, allerdings ist er angesetzt und ich wollte gerade nachschauen, was ich weiter zu tun habe.
    Eine Nachricht hätte ich gerne nach der Fertigstellung hinterlassen und berichten wollen, wie der Likör schmeckt.
    Sonnige Grüße. Ilka Rhode

    • Liebe Ilka, über Ihren Kommentar freue ich mich wirklich sehr. Danke dafür!
      Eine E-Mail mit Passwort habe ich vorhin an Sie geschickt.
      Sonnige Grüße zurück – von Renate

  2. Liebe Frau Blaes,

    Sie haben sooo recht, das Internet ist auf der einen Seite so praktisch auf der anderen Seite … naja… so unpersönlich… so undankbar. Es tut mir leid dass ich bisher auch noch keinen Kommentar dagelassen habe. Die „Wuidzwetschgn“/Kirschpflaumen habe ich von einer Bekannten bekommen, irgendwie will sie sonst keiner. Und ich probiere einfach gerne aus. 😉 Und da bin ich auf ihre Seite gestoßen. Der Sirup is supaguad! 😁 Do bassd des Säuerliche vo da Wuidzwetschgn supa! 😋 Jetzt wollte ich den Likör noch machen, hab jetzt alles eingekauft… und komm aber leider nicht mehr ans Rezept… schade. Auch das Gelee/Marmelade wollt ich noch ausprobian.

    Würde mich freuen, wenn ich die Rezepte bekommen würde und bedanke mich für Ihre Rezepte! SAUGUAD!!! 😃

    Liebe Grüße aus dem scheena Obabayan, Gerti 😃

  3. Hallo Renate,
    Ich habe letztes Jahr das Likör-Rezept von Ihrer Seite ausprobiert und war wirklich begeistert. Gute Rezepte mit Kirschpflaumen sind schwer zu finden, umso mehr habe ich mich über das Rezept gefreut.
    Dieses Jahr ist meine Kirschpflaumen-Ernte noch größer ausgefallen und ich würde gerne weitere Ihrer Rezepte ausprobieren!
    Viele Grüße aus dem hohen Norden!

  4. Hallo Feli, haben Sie letztes Jahr einen Kommentar zum Likör-Rezept geschrieben? Ich kann keinen entdecken. Offensichtlich haben Sie Ihre Begeisterung für sich behalten.

    • Hallo Renate,
      Nein ich habe offensichtlich keinen Kommentar letztes Jahr hinterlassen. Es tut mir leid, wenn Ihnen dieses Versäumnis so zugesetzt hat. Ich versichere Ihnen aber an dieser Stelle, wie lecker das Likör-Rezept ist.
      Ich kann verstehen, dass Sie Ihr geistiges Eigentum in Form Ihrer Rezepte gerne schützen wollen. Es wäre aber sehr schade, wenn niemand mehr in den Genuss Ihrer Kreationen käme. So sind die Rezepte ja leider nur Ihrem engsten Kreis zugänglich oder Personen, die bereits einen positiven Kommentar abgegeben haben. Haben Sie alternativ schon in Betracht gezogen, eine Rezeptsammlung über/für Kirschpflaumen herauszubringen?
      Mit freundlichen Grüßen

  5. Hallo Frau Blaes,
    erstmal Danke für die tollen Rezepte. Ich bin vor wenigen Wochen auf ihre Seite gestoßen, weil ich dieses Jahr im Garten eine überreiche Ernte an Kirschpflaumen entdeckt habe. Ja sie sind eigen, besonders die gelben. Dennoch wollte ich sie verwenden, weil sie einfach auch gesund sind. Die Suche nach Rezepten war nicht einfach, da diese Frucht wohl deutlich an Beachtung verloren hat. Ihre Marmelade mit Rosmarin und Salbei hat mich dann zum Ausprobieren animiert. Heute haben wir das erste Glas geöffnet und was soll ich sagen… es ist wahnsinnig lecker und was richtig Besonderes. Wir lieben es! Danke für ihre Kreativität und Wissen.
    Viele Grüße
    Susanne Haselhofer

    • Hallo Frau Haselhofer,
      einen Teil meiner Marmelade habe ich an Freunde verschenkt. Kam gut an … die Mischung aus feiner Säure, fruchtiger Süße und Kräuteraroma. Welche Variante mir persönlich besser schmeckt, hab ich noch nicht herausgefunden … ich glaube, ich habe gar keinen Favoriten.
      Viele Grüße
      Renate Blaes

      • Ich werde sicher weiter ausprobieren, denn jetzt habe ich entdeckt wie besonders diese Frucht ist. Gestern habe ich die letzten geerntet und würde daraus gerne ein Chutney machen. Leider habe ich zwar jetzt die Nektarinen schon da, aber das Rezept nicht mehr 😅.
        Würde mich freuen, wenn sie mir das Passwort zukommen lassen. Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
        Susanne Haselhofer

  6. Liebe Frau Blaes,
    Entschuldigung, ich wusste nicht wie wichtig so ein Kommentar ist! Ich dachte es macht nur noch mehr Arbeit das zu lesen und eventuell zu beantworten.
    Danke für den Tipp, die Kirschpflaumen mit dem Kirschentkerner zu entkernen und das Mus für Nachspeisen. Habe bislang „nur“ Marmelade gemacht…..
    Alles Liebe und weiterhin viel Freude beim Experimentieren!

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